Liebe Besucher und Besucherinnen,

seit dem 3. April sind die Verordnungen zur Vorlage eines 3G-Nachweises und zum Tragen einer Maske im Museum aufgehoben.

Zu Ihrem eigenen Schutz und dem der Mitarbeitenden, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie weiterhin eine Maske tragen und ausreichend Abstand einhalten.

 

### Aktuell: Der Ticketverkauf für die Uraufführung der Oper „Widukind“ hat begonnen. Alle Informationen finden Sie weiter unten auf dieser Seite ###

Herzlich willkommen im Widukind Museum Enger!

„Ist er´s oder ist er´s nicht?“ Auf diese Frage nach dem Begräbnisort Widukinds konnten weder die Ausgrabungen in der Stiftskirche in Enger in den 70er Jahren, noch anthropologische oder viel spätere Analysen des DNA-Fingerprints eine zufriedenstellende Antwort geben. Aber die Forschung geht weiter, und wir bemühen uns, immer wieder neue Fragen zu stellen, um weitere Antworten zu erhalten und der Wahrheit immer wieder ein Stück näher zu kommen.

Wir laden Sie ein, durch die Zeit zu reisen und Widukind „kennenzulernen“. Er soll in der Stiftskirche in Enger begraben sein. Deswegen hielt sich hier eine jahrhundertealte Tradition, von der Engers Geschichte viele Geschichten erzählen kann.

Tauchen Sie ein in das frühe Mittelalter und erleben Sie mit, wie sich die Vorstellungen der Menschen und ihr Umgang mit dem Widukind-Mythos im Laufe der Zeit veränderten.

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URAUFFÜHRUNG

„Widukind“ – Die Oper

Düster waren die Zeiten, in denen die Sachsen und die Franken erbittert miteinander kämpften. Das Ende der Welt und damit auch das Ende der Menschheit schienen nahe. Und je größer die Angst, desto heftiger waren die Konflikte, die die gegnerischen Parteien ausfochten. Kommt das nicht ein wenig bekannt vor?

In dieser Situation stand eine Figur für die kluge Umkehr zum Leben: Der Sachsenherzog Widukind erkannte, dass es wenig Sinn haben würde, weiterhin gegen die Übermacht der Franken anzukämpfen und ein endloses Blutvergießen zu riskieren. Er ließ sich taufen und sicherte damit den Sachsen ihre Existenz und ihre Würde.

Tickets:

Tickets erhalten Sie hier (Externer Link zum  Buchungsportal reservix), im Widukind-Museum oder in allen Vorverkaufsstellen von reservix in Ihrer Nähe. Einfach auf www.reservix.de, runterscrollen bis „Ticketkunden“ und dann „Vorverkaufsstelle finden“ anklicken.

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Die Musik:

„Die Musik zu unserem Widukind-Projekt möchte ich in modalen Tonarten gestalten, so dass eine assoziative Nähe zu Mittelalter- und früher Renaissance-Musik entsteht. Die Melodie-Führung soll sich durchaus (auch) in gängigem Dur/Moll-Gefüge bewegen, die begleitende Harmonik wird aber – insbesondere in dramatischen Szenen – eine gewisse Strenge erhalten. Insgesamt soll die Musik zwischen archaischen Klängen, zündender Rhythmik und hoch emotionalen Passagen hin und her wechseln.“ Thomas Lotz

Die Geschichte:

Den Mittelpunkt der Oper bildet Widukinds Weg zur Taufe, die direkte Begegnung zwischen Widukind, dem Kämpfer für die sächsischen Traditionen, und dem Frankenkönig Karl, dem Verfechter einer neuen Religion und Denkweise.

Dabei geht es nicht so sehr um Widukinds Bekenntnis zum Christentum und auch nicht um Widukind als Widerstandskämpfer und Rebell, sondern vielmehr um einen Menschen am Vorabend einer großen Zeitenwende. Die Welt, so wie er sie gekannt hat, hört auf zu existieren. Karl und die Franken mit ihrer Religion kommen wie eine Naturkatastrophe über die Sachsen, und niemand kann sie aufhalten. Ein Umdenken tut not.

Auch wir stehen an einer Zeitenwende. Ein Krieger aus grauer Vorzeit kann da zum Vorbild werden. Denn auch für Widukind geht es darum, die Zukunft neu zu gestalten. Einem übermächtigen Gegner die Hand zu reichen und zu überlegen, wie mit dessen Impulsen eine lebenswertere Welt für alle geschaffen werden könnte. Was eine persönliche Niederlage zu sein scheint, wird durch den Reifungsprozess des Helden in einen Sieg verwandelt: einen Sieg der Weisheit über die Furcht und die daraus resultierende Gewalt.

Die Oper wurde gefördert mit Mitteln aus der Regionalen Kulturförderung und der Heckewerth-Stiftung. Ein Projekt des Widukind-Museums der Stadt Enger in Kooperation mit dem Förderverein Widukind-Museum-Enger e.V., dem Kultur- und Verkehrsverein Enger und dem Verein engerIMPULSlsiv.

Das Team:

Komposition und musikalische Leitung: Thomas Lotz, Berlin

Konzeption, Libretto und Inszenierung: Birgit Kronshage, Detmold

Bühne und Kostüme: Sabine Lindner, Berlin

Choreinstudierung: Christiane Schmidt, Bad Salzuflen

Projektleitung: Regine Krull, Enger

Allgemeine Organisation: Matthias Rasche, Enger

Enger Veranstaltungstechnik: Pieper Audio, Enger

Geschäftsführung: Regine Bürk-Griese, Enger

Öffentlichkeitsarbeit: Jeannine Gehle, Herford

Schülerinnen und Lehrende des Anna-Siemsen-Berufskollegs Herford

Das Team des Widukind-Museums Enger

Die Termine:

Preview am 28. September um 18:00 Uhr (öffentliche Hauptprobe zum vergünstigten Preis)

Uraufführung am 1. Oktober 2022 um 19:30 Uhr

2. Vorstellung am 2. Oktober 2022 um 19:30 Uhr

3. Vorstellung am 3. Oktober 2022 um 18:00 Uhr

Der Ort:

Enger, Werkstraße 6 (Fa. CLP Trading GmbH, ehemalige Gelände von Wellmann-Küchen)

Die Partien: Besetzung

Karl, der Frankenkönig – Jugendlicher Heldentenor: Benjamin Werth

Alebrand, sein Berater, ein Renegat – Bassbariton: Jörn Schümann

Widukind, Sachsenfürst – Mezzosopran: Alina Behning

Abbio, sein Waffenbruder – Kavalierbariton: George Mohareb

Geva, seine Frau – lyrischer Sopran: Rita ElAchkar

Elimelech, ein jüdischer Händler im Gefolge Widukinds – Spieltenor: Holden Madagame

Eine sächsische Seherin – dramatischer Sopran: Sabine Paßow

Der Projektchor

 

Die Breakdance-Gemeinschaft „The Last Action Heroes“:

Tänzer und Tänzerinnen aus Bad Oeynhausen, Titel: 2019, 1. Platz IDO Break Dance World Championship Crew Adults; 2020, 3. Platz TAF Deutsche Meisterschaft Adult Crews

Widukind-Oper

 

copyright: Brüsseler Spitze

„Monumenta – Erinnerungsorte zwischen Weser und Lippe“

Im Rahmen der Ausstellung „Monumenta – Erinnerungsorte zwischen Weser und Lippe“ die noch bis zum 11. September im Kreismuseum Wewelsburg zu sehen ist, gibt es die Gelegenheit, auch Kirche und Grabmal Widukinds und das Widukind-Museum in Enger zu besichtigen.

Friedrich von Fürstenberg ging in seiner 1669 veröffentlichen Monumenta Paderbornensia den Denkmälern des Paderborner Landes nach und beschrieb darin auch Enger.

Am Samstag, 9. Juli, 11.30 Uhr, begleiten Regine Bürk-Griese und Matthias Rasche Interessierte durch das Widukind-Museum und die Stiftskirche.

Anmeldung unter 05224-910995, Teilnahmebeitrag: 10,- € für Eintritt und Führung

Engers verlorener Schatz

Das kleine Stift Enger besaß im Frühen Mittelalter eines der bedeutendsten Kirchenschätze Westfalens. Einige der berühmtesten Stücke dieses Schatzes, z.B. das Bursenreliquiar stammen schon aus der Zeit Widukinds und gelten der Überlieferung nach immer noch als Taufgeschenke Karls des Großen an Widukind. Das Stift blieb bis in das Jahr 1414 in Enger beheimatet, bevor es mit päpstlicher Erlaubnis in das befestigte Herford umzog. Heute sind die verbliebenen 19 Stücke des Schatzes im Kunstgewerbemuseum in Berlin untergebracht und sind einzigartige Zeugnisse des Frühen Mittelalters. Zwei kleinere Exponate aus karolingischer Zeit, die Luna-Fibel und ein Zierknopf, können im Widukind-Museum bestaunt werden.

Der Film, eine Anne Roerkohl-Produktion, erzählt auf eine informative und zugleich unterhaltsame Weise die wechselvolle Geschichte des Dionysius-Schatzes vom frühen Mittelalter in Enger bis heute.

Hier geht es zum Film: Engers verlorener Schatz

Reliquienkapsel, copyright: Saturia Linke

Das besondere Exponat

Das Schwert des sächsischen Kriegers

HF-Reihe Das Dings: Ein Langsax aus dem frühen Mittelalter

 

Fast einen halben Meter lang ist die Klinge. Auf einer Seite ist sie scharf und gerade, der Rücken etwa sechs Millimeter stark und zur Spitze hin gebogen. Die Spitze ist – nun ja: spitz, sehr spitz. Mit dieser Art Schwert möchte man es lieber nicht zu tun bekommen.

Die Waffe ist in Engers Widukindmuseum ausgestellt. Da gehört sie hin, weil sie Teil der Ausrüstung der sächsischen Krieger war. Deren Anführer Widukind war höchstwahrscheinlich auch damit bewaffnet. Und seine Zeit war eine höchst kriegerische; christliche Franken und germanisch-heidnische Sachsen lieferten sich Überfälle und Massaker, Raubzüge und Geiselnahmen, Gefechte und Gemetzel – dreißig Jahre lang bis zur finalen Unterwerfung der Sachsen.

1972 wurde das Eisenteil in einer Sanddüne bei Haltern gefunden. Der Kampfmittelräumdienst hatte nach Blindgängern gesucht und war mit seinen Sonden auf Metall gestoßen. Die Archäologen stellten fest, dass die Waffe rechts neben den Beinen des Toten gelegen hatte. Außerdem fanden sie ein kleines Messer, ein Klappmesser und zwei Pfeilspitzen im Grab gelegen. Im Nachbargrab waren eine Lanzenspitze, ein Schildbuckel und ein Schwert desselben Typs aufgetaucht.

Schild und Schwert, Lanze, Pfeil und Bogen: Die Grabbeigaben zeigten das Waffenarsenal der Zeit vor 1300 Jahren. Vergleiche mit älteren Funden ergaben, dass es sich bei dem Schwert um ein Langsax handelte. Früher waren kürzere, schmalere und breitere Typen üblich, folglich „Breitsax“, „Schmalsax“ oder „Kurzsax“ genannt.

Saxe herzustellen war aufwändig und kompliziert. Nachdem das Erz abgebaut und im sogenannten Rennofen bei weit mehr als 1000 Grad aufgeschmolzen war, kamen die Schmiede zum Zug. Sie trieben durch ausdauerndes kräftiges Schlagen die Schlacken aus dem Eisen. Sie „gärbten“ das Metall, indem sie es abwechselnd streckten und wieder kompakt zusammenschweißten. Zwischendurch wurde es „abgeschreckt“ und so nach und nach hart und zäh. Erfahrung war entscheidend für die Qualität des Produkts.

Schwerter waren nicht nur Waffen. Kunstvoll geschmiedet, dienten sie der Repräsentation und dem Prunk. Um Schwerter rankten sich Mythen ohne Ende. Reichsschwerter gehörten zum Krönungsornat von Kaisern und Königen und spielten in Zeremonien und Ritualen wie der Schwertleite wichtige Rollen.

Das Langsax in Engers Museum ist bis auf zwei feine Rillen unverziert. Die lange Lagerzeit im Erdboden hat ihm nicht sonderlich geschadet. Nur der Griff fehlt – Holz und Leder halten sich im Boden nicht so lange. Zu Widukinds Zeiten waren Langsaxe Stand der Waffentechnik und in Europa weit verbreitet. Sprachforscher leiten den Namen des Volksstammes der Sachsen vom Namen ihrer Hauptwaffe ab. Ob das stimmt? Fest steht wohl, dass kaum ein sächsischer Krieger ohne sein Sax unterwegs war.  Scharf und spitz und wuchtig geführt war es eine fürchterliche Waffe für den Nahkampf.

Quelle: Christoph Mörstedt, Beilage  der Neuen Westfälischen Zeitung „HF-Magazin Nr. 115“