Unser Museum ist für Besucher mit einem Schnelltest weiterhin geöffnet!

Liebe Besucherinnen und Besucher, wir freuen uns, dass wir das Museum ab dem 9. März wieder öffnen dürfen! Dafür ist es notwendig, sich im Vorfeld telefonisch (05224-910995) oder per Email (info@widukind-museum-enger.de) anzumelden.

Sie brauchen ein schriftlich oder digital bestätigtes negatives Testergebnis von einer durch CoronaTestQuarantäne-VO vorgesehenen Teststelle, nicht älter als 24 Stunden.

Eine der Teststellen befindet sich in der Mühlen-Apotheke (Brandstraße 13), nur wenige Gehminuten vom Widukind-Museum entfernt. Eine Übersicht über die weiteren Testmöglichkeiten im Kreis Herford finden Sie hier.

 

Das Tragen von medizinischen Masken während des Besuches ist Pflicht.

Ebenso müssen wiederum die persönlichen Daten zur Nachverfolgung der Kontakte erhoben werden.

Ihr Team des Widukind-Museums Enger

Herzlich willkommen im Widukind Museum Enger!

Wir laden Sie ein, durch die Zeit zu reisen und Widukind „kennenzulernen“. Er soll in der Stiftskirche in Enger begraben sein. Deswegen hielt sich hier eine jahrhundertealte Tradition, von der Engers Geschichte viele Geschichten erzählen kann.

Tauchen Sie ein in das frühe Mittelalter und erleben Sie mit, wie sich die Vorstellungen der Menschen und ihr Umgang mit dem Widukind-Mythos im Laufe der Zeit veränderten.

Das Museum

Allgemeine Führungen

Ihr Besuch bei uns

Kita & Schule

Digital

Geburtstag im Museum

Veranstaltungen

Das besondere Exponat

Widukind-Museum im neuen Glanz

Wir haben die Monate des Corona-Lockdowns genutzt und zwei Ausstellungsräume neu gestaltet.

Der Raum 4 widmet sich nun ganz der Geschichte der Widukind-Nachfahrin Mathilde. Sie gründete in Enger ein Stift. Welche Aufgabe hatte diese kleine, aber sehr wohlhabende religiöse Gemeinschaft und warum wurde sie ausgerechnet hier gegründet? Neu sind die Wandgestaltungen und die Präsentation des Filmes: „Königin Mathilde –Stammmutter der Ottonen“, ein Film der Anne Roerkohl DokumentARfilm GmbH, der nach den Forschungen des Mittelalterhistorikers Gerd Althoff über die Lebensbeschreibungen der berühmten Königin entstanden ist.

In Raum 5, der „Schatzkammer“, können Sie nun die Relikte des ehemaligen Enger Stiftsschatzes bewundern. Filmische Spaziergänge zu den berühmten Originalen des Berliner Kunstgewerbemuseums lüften die Geheimnisse der Reliquien-Behälter aus dem frühen Mittelalter. Eine neue Präsentation der Original-Exponate des Schatzes, des Zierknopfes und der Lunafibel, lässt die Kleinode in detaillierter Vergrößerung im neuen Licht erscheinen.

Gefördert wurde der Umbau von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und der Heckewerth-Stiftung.​

 

 

Experiment HEIMAT

auch am HEIMAT-Ort Enger

Auf Initiative des Westfälischen Literaturbüros in Unna wird 2021/22 an neun HEIMAT-Orten (Bochum, Kreis Coesfeld, Detmold, Dortmund, Enger, Hattingen, Schmallenberg, Unna, Waltrop) das interdisziplinäre Literatur-Fotografie-Projekt Experiment HEIMAT realisiert.

Den Initiatoren stellen sich eine Reihe von Fragen: „HEIMAT – eine Emotion oder ein Ort? Dort, wo wir geboren oder aufgewachsen sind oder hier, wo wir jetzt leben? Ein Schicksal oder etwas, das man sich selbst schafft? Verändert sich HEIMAT im Laufe des Lebens? Ist HEIMAT ein Sehnsuchtsort? Oder existiert sie vielleicht überhaupt nicht (mehr)? Mögliche Antworten auf diese und viele weitere Fragen stellt unser neues interdisziplinäres kulturelles Kooperationsprojekt Experiment HEIMAT ins Zentrum einer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Begriff HEIMAT.“

Hier geht es zur Homepage von Experiment HEIMAT

 

Aktuelle Veranstaltungen

Wir blicken optimistisch auf das Jahr 2021

Deshalb haben wir wieder -gemeinsam mit den anderen Museen und Kulturschaffenden- ein tolles Programm (PDF, 1,5MB) zusammengestellt.

Da wir bei aller Zuversicht jedoch im Moment noch nicht absehen können, wie das Jahr wirklich verläuft, werden wir ausnahmsweise auf ein gedrucktes Programm verzichten. Bitte achten Sie vor jeder Veranstaltung auf die aktuellen Hinweise in der Presse und im Internet.

Percys Widukind mit Flügelohren

Aus dem Kinderbuch „Widu, Witte… Was für´n Kind?“ stammen die wunderbaren Zeichnungen  von Wolfgang (Percy) Oehmes  Widukind mit Flügelohren. Dieser Widukind soll nun als Postkartenmotiv mit verschiedenen  Bildunterschriften erscheinen.   Die Reinzeichnungen sind angefertigt und werden nun zur grafischen Aufarbeitung kommen. In Kürze werden hier die ersten zu erwerbenden Motive vorgestellt.

 

Das besondere Exponat

Das Schwert des sächsischen Kriegers

HF-Reihe Das Dings: Ein Langsax aus dem frühen Mittelalter

 

Fast einen halben Meter lang ist die Klinge. Auf einer Seite ist sie scharf und gerade, der Rücken etwa sechs Millimeter stark und zur Spitze hin gebogen. Die Spitze ist – nun ja: spitz, sehr spitz. Mit dieser Art Schwert möchte man es lieber nicht zu tun bekommen.

Die Waffe ist in Engers Widukindmuseum ausgestellt. Da gehört sie hin, weil sie Teil der Ausrüstung der sächsischen Krieger war. Deren Anführer Widukind war höchstwahrscheinlich auch damit bewaffnet. Und seine Zeit war eine höchst kriegerische; christliche Franken und germanisch-heidnische Sachsen lieferten sich Überfälle und Massaker, Raubzüge und Geiselnahmen, Gefechte und Gemetzel – dreißig Jahre lang bis zur finalen Unterwerfung der Sachsen.

1972 wurde das Eisenteil in einer Sanddüne bei Haltern gefunden. Der Kampfmittelräumdienst hatte nach Blindgängern gesucht und war mit seinen Sonden auf Metall gestoßen. Die Archäologen stellten fest, dass die Waffe rechts neben den Beinen des Toten gelegen hatte. Außerdem fanden sie ein kleines Messer, ein Klappmesser und zwei Pfeilspitzen im Grab gelegen. Im Nachbargrab waren eine Lanzenspitze, ein Schildbuckel und ein Schwert desselben Typs aufgetaucht.

Schild und Schwert, Lanze, Pfeil und Bogen: Die Grabbeigaben zeigten das Waffenarsenal der Zeit vor 1300 Jahren. Vergleiche mit älteren Funden ergaben, dass es sich bei dem Schwert um ein Langsax handelte. Früher waren kürzere, schmalere und breitere Typen üblich, folglich „Breitsax“, „Schmalsax“ oder „Kurzsax“ genannt.

Saxe herzustellen war aufwändig und kompliziert. Nachdem das Erz abgebaut und im sogenannten Rennofen bei weit mehr als 1000 Grad aufgeschmolzen war, kamen die Schmiede zum Zug. Sie trieben durch ausdauerndes kräftiges Schlagen die Schlacken aus dem Eisen. Sie „gärbten“ das Metall, indem sie es abwechselnd streckten und wieder kompakt zusammenschweißten. Zwischendurch wurde es „abgeschreckt“ und so nach und nach hart und zäh. Erfahrung war entscheidend für die Qualität des Produkts.

Schwerter waren nicht nur Waffen. Kunstvoll geschmiedet, dienten sie der Repräsentation und dem Prunk. Um Schwerter rankten sich Mythen ohne Ende. Reichsschwerter gehörten zum Krönungsornat von Kaisern und Königen und spielten in Zeremonien und Ritualen wie der Schwertleite wichtige Rollen.

Das Langsax in Engers Museum ist bis auf zwei feine Rillen unverziert. Die lange Lagerzeit im Erdboden hat ihm nicht sonderlich geschadet. Nur der Griff fehlt – Holz und Leder halten sich im Boden nicht so lange. Zu Widukinds Zeiten waren Langsaxe Stand der Waffentechnik und in Europa weit verbreitet. Sprachforscher leiten den Namen des Volksstammes der Sachsen vom Namen ihrer Hauptwaffe ab. Ob das stimmt? Fest steht wohl, dass kaum ein sächsischer Krieger ohne sein Sax unterwegs war.  Scharf und spitz und wuchtig geführt war es eine fürchterliche Waffe für den Nahkampf.

Quelle: Christoph Mörstedt, Beilage  der Neuen Westfälischen Zeitung „HF-Magazin Nr. 115“