Liebe Besucher und Besucherinnen,

bei einem Besuch unseres Museums gilt die 2G-Regel (Geimpft, Genesen).

Bitte beachten Sie die aktuellen Hygienemaßnahmen, wie das Tragen einer medizinischen Maske (FFP2 oder OP-Maske) sowie die Beachtung der AHA-Hygieneregeln und das Einhalten eines Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Personen im Museum.

 

 

Herzlich willkommen im Widukind Museum Enger!

„Ist er´s oder ist er´s nicht?“ Auf diese Frage nach dem Begräbnisort Widukinds konnten weder die Ausgrabungen in der Stiftskirche in Enger in den 70er Jahren, noch anthropologische oder viel spätere Analysen des DNA-Fingerprints eine zufriedenstellende Antwort geben. Aber die Forschung geht weiter, und wir bemühen uns, immer wieder neue Fragen zu stellen, um weitere Antworten zu erhalten und der Wahrheit immer wieder ein Stück näher zu kommen.

Wir laden Sie ein, durch die Zeit zu reisen und Widukind „kennenzulernen“. Er soll in der Stiftskirche in Enger begraben sein. Deswegen hielt sich hier eine jahrhundertealte Tradition, von der Engers Geschichte viele Geschichten erzählen kann.

Tauchen Sie ein in das frühe Mittelalter und erleben Sie mit, wie sich die Vorstellungen der Menschen und ihr Umgang mit dem Widukind-Mythos im Laufe der Zeit veränderten.

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Geburtstag im Museum

Veranstaltungen

Das besondere Exponat

Die Curzweyl Cabinett – Veranstaltung „Grooving Klezmer“ am 3.  Dezember 2021 wird abgesagt!

Nachholtermin ist der 20. Mai 2022.

Erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit! Sie können jedoch auch, bei voller Kostenerstattung, im Widukind-Museum zurückgegeben werden.

 

 

Foto: Künstlerbüro Helmut Eisel

Percys Widukind mit Flügelohren

Das Widukind-Museum und die Stadt Enger haben zusammen mit dem Zeichner Wolfgang „Percy“ Oehme eine Postkarten-Reihe mit einer liebenswert-sympathischen Widukind-Interpretation herausgegeben.

Widukind mit Flügel-Ohren und mit pfiffigen Gesichtsausdrücken versehen, könnte sich zu einem neuen Botschafter für Enger entwickeln. „Irgendwie hat er was von Enger…“, nehmen verschiedenste Betrachter und eingefleischte Engeranerinnen zur Kenntnis.

Die Postkarten gibt es einzeln oder im praktischen Set als Aufsteller im Widukind-Museum oder überall dort, wo es Bücher in Enger gibt. Die Postkarten kosten 1,- € pro Stück und der Postkarten-Aufsteller 7,50 €. Der Zeichner beschreibt darin auch ganz beeindruckend, was ihn als Kind mit Widukind verband und wie seine Figur zustande kam.

Das besondere Exponat

Das Schwert des sächsischen Kriegers

HF-Reihe Das Dings: Ein Langsax aus dem frühen Mittelalter

 

Fast einen halben Meter lang ist die Klinge. Auf einer Seite ist sie scharf und gerade, der Rücken etwa sechs Millimeter stark und zur Spitze hin gebogen. Die Spitze ist – nun ja: spitz, sehr spitz. Mit dieser Art Schwert möchte man es lieber nicht zu tun bekommen.

Die Waffe ist in Engers Widukindmuseum ausgestellt. Da gehört sie hin, weil sie Teil der Ausrüstung der sächsischen Krieger war. Deren Anführer Widukind war höchstwahrscheinlich auch damit bewaffnet. Und seine Zeit war eine höchst kriegerische; christliche Franken und germanisch-heidnische Sachsen lieferten sich Überfälle und Massaker, Raubzüge und Geiselnahmen, Gefechte und Gemetzel – dreißig Jahre lang bis zur finalen Unterwerfung der Sachsen.

1972 wurde das Eisenteil in einer Sanddüne bei Haltern gefunden. Der Kampfmittelräumdienst hatte nach Blindgängern gesucht und war mit seinen Sonden auf Metall gestoßen. Die Archäologen stellten fest, dass die Waffe rechts neben den Beinen des Toten gelegen hatte. Außerdem fanden sie ein kleines Messer, ein Klappmesser und zwei Pfeilspitzen im Grab gelegen. Im Nachbargrab waren eine Lanzenspitze, ein Schildbuckel und ein Schwert desselben Typs aufgetaucht.

Schild und Schwert, Lanze, Pfeil und Bogen: Die Grabbeigaben zeigten das Waffenarsenal der Zeit vor 1300 Jahren. Vergleiche mit älteren Funden ergaben, dass es sich bei dem Schwert um ein Langsax handelte. Früher waren kürzere, schmalere und breitere Typen üblich, folglich „Breitsax“, „Schmalsax“ oder „Kurzsax“ genannt.

Saxe herzustellen war aufwändig und kompliziert. Nachdem das Erz abgebaut und im sogenannten Rennofen bei weit mehr als 1000 Grad aufgeschmolzen war, kamen die Schmiede zum Zug. Sie trieben durch ausdauerndes kräftiges Schlagen die Schlacken aus dem Eisen. Sie „gärbten“ das Metall, indem sie es abwechselnd streckten und wieder kompakt zusammenschweißten. Zwischendurch wurde es „abgeschreckt“ und so nach und nach hart und zäh. Erfahrung war entscheidend für die Qualität des Produkts.

Schwerter waren nicht nur Waffen. Kunstvoll geschmiedet, dienten sie der Repräsentation und dem Prunk. Um Schwerter rankten sich Mythen ohne Ende. Reichsschwerter gehörten zum Krönungsornat von Kaisern und Königen und spielten in Zeremonien und Ritualen wie der Schwertleite wichtige Rollen.

Das Langsax in Engers Museum ist bis auf zwei feine Rillen unverziert. Die lange Lagerzeit im Erdboden hat ihm nicht sonderlich geschadet. Nur der Griff fehlt – Holz und Leder halten sich im Boden nicht so lange. Zu Widukinds Zeiten waren Langsaxe Stand der Waffentechnik und in Europa weit verbreitet. Sprachforscher leiten den Namen des Volksstammes der Sachsen vom Namen ihrer Hauptwaffe ab. Ob das stimmt? Fest steht wohl, dass kaum ein sächsischer Krieger ohne sein Sax unterwegs war.  Scharf und spitz und wuchtig geführt war es eine fürchterliche Waffe für den Nahkampf.

Quelle: Christoph Mörstedt, Beilage  der Neuen Westfälischen Zeitung „HF-Magazin Nr. 115“