Unser Museum ist für Sie geöffnet!

Bitte beachten Sie die folgenden Informationen für Ihren Besuch:

  • Tragen einer medizinischen Maske (FFP2 oder OP-Maske)

  • Beachtung der AHA-Hygieneregeln und das Einhalten eines Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Personen im Museum

Herzlich willkommen im Widukind Museum Enger!

„Ist er´s oder ist er´s nicht?“ Auf diese Frage nach dem Begräbnisort Widukinds konnten weder die Ausgrabungen in der Stiftskirche in Enger in den 70er Jahren, noch anthropologische oder viel spätere Analysen des DNA-Fingerprints eine zufriedenstellende Antwort geben. Aber die Forschung geht weiter, und wir bemühen uns, immer wieder neue Fragen zu stellen, um weitere Antworten zu erhalten und der Wahrheit immer wieder ein Stück näher zu kommen.

Wir laden Sie ein, durch die Zeit zu reisen und Widukind „kennenzulernen“. Er soll in der Stiftskirche in Enger begraben sein. Deswegen hielt sich hier eine jahrhundertealte Tradition, von der Engers Geschichte viele Geschichten erzählen kann.

Tauchen Sie ein in das frühe Mittelalter und erleben Sie mit, wie sich die Vorstellungen der Menschen und ihr Umgang mit dem Widukind-Mythos im Laufe der Zeit veränderten.

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Veranstaltungen

Das besondere Exponat

Freitag, 29. OKTOBER, 20 Uhr

Engers Curzweyl Cabinett:

Das Eldering Ensemble spielt Werke von Joseph Haydn, Emmanuel Móor und Maurice Ravel. Mit Simon Monger (Violine) Jeanette Gier (Violoncello) und Shoko Kawasaki (Klavier).

„Chamber music with Joy“ (Kammermusik mit Vergnügen!) (General Anzeiger Bonn) wird den Mitgliedern des Eldering Ensembles von Presse wie Publikum gleichermaßen attestiert. Benannt nach Bram Eldering, dem bekannten Geiger, Kammermusiker und Pädagogen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, vereint das Ensemble in seinem Repertoire individuelle und abwechslungsreiche Programme und schafft ein ausgewogenes Verhältnis von Spannung, Überraschung und Kontrast. Die Interpretationen faszinieren durch musikalische Spontanität, Klarheit und klangliche Eleganz. Eckard Heiligers -Trio Jean Paul und Hatto Beyerle vom Alban Berg Quartett wurden zu prägenden Mentoren. Seine Studien vervollkommnete das Eldering Ensemble bei Raphael Oleg, Johannes Goritzki und Hariolf Schlichtig.

Das Eldering Ensemble spielt bereits zum wiederholten Male im Curzweyl Cabinett des Widukind-Museums und begeisterte jedes Mal mit außergewöhnlichen und überraschend-anspruchsvollen Effekten.

…Ort: Widukind-Museum, Dachgeschoss   

Eintritt: 24,- €, erm. 22,- €

Kartenvorverkauf: Widukind-Museum Enger, Tel. 05224-910995 und bei Weine & Accessoires in der Steinstraße.

 

Copyright: Eldering Ensemble

Freitag, 03. Dezember 2021, 20 Uhr

Engers Curzweyl Cabinett

„Grooving Klezmer“ mit  Helmut Eisel (Klarinette) und Sebastian Voltz (Klavier)

Derart bunt und voller Überraschungen sind Konzerte selten. Denn „Grooving Klezmer“ ist einfach anders – vital, unkonventionell und ungemein inspirierend!

Helmut Eisel, unbestritten einer der interessantesten und vielseitigsten Klarinettisten in Klezmer, Klassik und Swing, hat im Duo mit dem Pianisten Sebastian Voltz seinen kongenialen Gegenpart gefunden. Das neueste Programm der beiden lässt das Publikum staunen über die vitale Kommunikation zweier Instrumentalisten, für die Swing, Blues oder Freilach jeweils nur einen Wimpernschlag auseinander liegen und die sich definitiv in keine stilistische Schublade stecken lassen. Ihr Publikum fordern Eisel & Voltz ganz unverblümt dazu heraus, Bekanntes mit neuen Ohren zu hören – verblüffend lebendig, unwiderstehlich gefühlvoll und garantiert bei jedem Auftritt anders.

„Grooving Klezmer“ – ein Konzert, erfüllt vom schier unbegrenzten Facettenreichtum der jüdischen Kultur, des Swing und der Klezmermusik.

…Ort: Widukind-Museum, Dachgeschoss

Eintritt: 24,-€, erm. 22,-€

Kartenvorverkauf: Widukind-Museum-Enger, Tel.05224-910995 und bei Weine & Accessoires in der Steinstraße.

 

Foto: Künstlerbüro Helmut Eisel

Percys Widukind mit Flügelohren

Das Widukind-Museum und die Stadt Enger haben zusammen mit dem Zeichner Wolfgang „Percy“ Oehme eine Postkarten-Reihe mit einer liebenswert-sympathischen Widukind-Interpretation herausgegeben.

Widukind mit Flügel-Ohren und mit pfiffigen Gesichtsausdrücken versehen, könnte sich zu einem neuen Botschafter für Enger entwickeln. „Irgendwie hat er was von Enger…“, nehmen verschiedenste Betrachter und eingefleischte Engeranerinnen zur Kenntnis.

Die Postkarten gibt es einzeln oder im praktischen Set als Aufsteller im Widukind-Museum oder überall dort, wo es Bücher in Enger gibt. Die Postkarten kosten 1,- € pro Stück und der Postkarten-Aufsteller 7,50 €. Der Zeichner beschreibt darin auch ganz beeindruckend, was ihn als Kind mit Widukind verband und wie seine Figur zustande kam.

Das besondere Exponat

Das Schwert des sächsischen Kriegers

HF-Reihe Das Dings: Ein Langsax aus dem frühen Mittelalter

 

Fast einen halben Meter lang ist die Klinge. Auf einer Seite ist sie scharf und gerade, der Rücken etwa sechs Millimeter stark und zur Spitze hin gebogen. Die Spitze ist – nun ja: spitz, sehr spitz. Mit dieser Art Schwert möchte man es lieber nicht zu tun bekommen.

Die Waffe ist in Engers Widukindmuseum ausgestellt. Da gehört sie hin, weil sie Teil der Ausrüstung der sächsischen Krieger war. Deren Anführer Widukind war höchstwahrscheinlich auch damit bewaffnet. Und seine Zeit war eine höchst kriegerische; christliche Franken und germanisch-heidnische Sachsen lieferten sich Überfälle und Massaker, Raubzüge und Geiselnahmen, Gefechte und Gemetzel – dreißig Jahre lang bis zur finalen Unterwerfung der Sachsen.

1972 wurde das Eisenteil in einer Sanddüne bei Haltern gefunden. Der Kampfmittelräumdienst hatte nach Blindgängern gesucht und war mit seinen Sonden auf Metall gestoßen. Die Archäologen stellten fest, dass die Waffe rechts neben den Beinen des Toten gelegen hatte. Außerdem fanden sie ein kleines Messer, ein Klappmesser und zwei Pfeilspitzen im Grab gelegen. Im Nachbargrab waren eine Lanzenspitze, ein Schildbuckel und ein Schwert desselben Typs aufgetaucht.

Schild und Schwert, Lanze, Pfeil und Bogen: Die Grabbeigaben zeigten das Waffenarsenal der Zeit vor 1300 Jahren. Vergleiche mit älteren Funden ergaben, dass es sich bei dem Schwert um ein Langsax handelte. Früher waren kürzere, schmalere und breitere Typen üblich, folglich „Breitsax“, „Schmalsax“ oder „Kurzsax“ genannt.

Saxe herzustellen war aufwändig und kompliziert. Nachdem das Erz abgebaut und im sogenannten Rennofen bei weit mehr als 1000 Grad aufgeschmolzen war, kamen die Schmiede zum Zug. Sie trieben durch ausdauerndes kräftiges Schlagen die Schlacken aus dem Eisen. Sie „gärbten“ das Metall, indem sie es abwechselnd streckten und wieder kompakt zusammenschweißten. Zwischendurch wurde es „abgeschreckt“ und so nach und nach hart und zäh. Erfahrung war entscheidend für die Qualität des Produkts.

Schwerter waren nicht nur Waffen. Kunstvoll geschmiedet, dienten sie der Repräsentation und dem Prunk. Um Schwerter rankten sich Mythen ohne Ende. Reichsschwerter gehörten zum Krönungsornat von Kaisern und Königen und spielten in Zeremonien und Ritualen wie der Schwertleite wichtige Rollen.

Das Langsax in Engers Museum ist bis auf zwei feine Rillen unverziert. Die lange Lagerzeit im Erdboden hat ihm nicht sonderlich geschadet. Nur der Griff fehlt – Holz und Leder halten sich im Boden nicht so lange. Zu Widukinds Zeiten waren Langsaxe Stand der Waffentechnik und in Europa weit verbreitet. Sprachforscher leiten den Namen des Volksstammes der Sachsen vom Namen ihrer Hauptwaffe ab. Ob das stimmt? Fest steht wohl, dass kaum ein sächsischer Krieger ohne sein Sax unterwegs war.  Scharf und spitz und wuchtig geführt war es eine fürchterliche Waffe für den Nahkampf.

Quelle: Christoph Mörstedt, Beilage  der Neuen Westfälischen Zeitung „HF-Magazin Nr. 115“